In den Beinen unterscheidet man drei Venensysteme: tiefe Beinvenen, oberflächliche Beinvenen und Perforansvenen. Alle drei leisten jeden Tag Schwerstarbeit, da sie sich an den tiefstgelegenen Körperteilen befinden. Sie transportieren von weit entfernten Gebieten des Körpers das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen. Die gesamte Blutmenge, die vom Herzen aus in alle Körperteile fließt, muss über die Venen wieder zurück zum Herzen gepumpt werden.
Erstaunlich: Jeden Tag füllen die Venen mit ihrer Arbeit gewissermaßen die Ölbehälter eines großen Tankers.
Venen haben drei Aufgaben: Zum einen führen sie sauerstoffarmes Blut zurück zu Herz und Lunge – einen großen Teil aus den Beinen. Zweitens sind sie ein riesiger Blutspeicher – im Körper befinden sich 80 Prozent des Blutes in ihnen. Die dritte Aufgabe ist die Temperaturregulation des Menschen – kalte Füße und Beine sind weit verbreitet.
Kaum zu glauben: Wenn man alle Venen eines Menschen hintereinander schaltet, so umspannen sie mehrere Fußballfelder.
Aufbau einer Vene
Venen und Arterien sind prinzipiell gleich aufgebaut. Sie unterscheiden sich allerdings durch die Schichtdicken und die Abgrenzungen der einzelnen Anteile. So ist die Muskelschicht der Arterien dicker. Bei den Venen ist die Begrenzung der Wandschichten häufig unscharf und ineinander überfließend.
Der allgemeine Wandaufbau besteht aus drei Schichten:
Interna (Intima): (1) Die innerste Schicht besteht aus dünnen und flachen Zellen, dem Endothel. Die Endothelzellen liegen auf einer feinen Membran aus subendotheliales Bindegewebe mit Kollagenfasern.
Media: (2) Die mittlere Schicht besteht aus glatten Muskelzellen und elastischen Fasern, sowie kollagenem Bindegewebe. Ihre Dicke ist je nach Funktion und Größe unterschiedlich.
Externa (Adventia): (3) Die äußere Schicht besteht aus Muskelbündeln und Kollagenfasern. Sie stellen gewissermaßen eine Verbindung mit der jeweiligen Umgebung her.
Die Elastin-Schicht (4) und die Venenklappen (5) gehören ebenfalls zu den Venen.
Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn:
Muskel-Venen-Pumpe
Während die Herzpumpe für den Druck in den Arterien verantwortlich ist, kommen für den Rückfluss andere Kräfte und Mechanismen zum Tragen: Muskelpumpe und Venenklappen. Das Venensystem ist nämlich ein Niederdrucksystem. Allein der Druck auf die Fußsohlen beim Gehen und das Zusammenziehen der Muskulatur von Füßen und Beinen erhöht von außen den Druck auf das venöse Geflecht. Die höchste Pumpkraft liegt im Bereich der Wadenmuskulatur. Deshalb ist der Rückfluss des Blutes am stärksten, wenn die Muskelpumpe aktiv ist – besonders bei längerem Gehen und bei kräftig ausgebildeter Muskulatur. Bei angespannten Muskeln werden die Muskelbäuche dick und drücken unterschiedlich auf die Venenwände. Wenn die Vene zusammengedrückt wird, kommt es schussartig in ihnen zum Blutstrom. Da die Venen sehr dehnbar sind, wird der Druck aber schon nach wenigen Zentimetern abgefangen, so dass dadurch ein gleichmäßiger und ruhiger Fluss zum Herzen entsteht.
Damit das Blut nicht zurück fließen kann, sind in den Venen "Rückschlagventile" eingebaut. Diese Besonderheit sind die Taschenklappen. An zwei gegenüberliegenden Stellen befinden sich Ausstülpungen der Innenwand der Venen, die sich beim Blutstrom in Richtung des Herzens an die Gefäßwand anlegen und das Blut ungehindert fließen lassen. Fließt das Blut wegen des Druckabfalls und der Schwerkraft gewissermaßen rückwärts nach unten, so klappen sich die Ausstülpungen wie zwei Taschen auf und versperren den Weg. Sie lassen den Blutstrom nur in Richtung Herz zu. Sie sorgen für eine Einbahnstraße zum Herzen. Da die Klappen auf verschiedenen Höhen einer Vene angebracht sind, wird das Blut etappenartig nach oben transportiert. Die Klappen müssen dazu völlig schließfähig sein. In der oberflächlichen Vena saphena magna gibt es bis zu 20 Venenklappen, in der kurzen Vena saphena parva unterhalb des Knies kommen noch bis zu zwölf Klappen hinzu. Die große Vena femoralis hat im Oberschenkel allerdings nur zwei Klappen.
Da 90 Prozent des Blutes, das von den Füßen zum Herzen zurück fließt, über die tiefen Venen geleitet wird, müssen deren Klappen besonders gut funktionieren. Zehn Prozent des venösen Rückstromes fließen über das oberflächliche Beinvenensystem. Von der Knöchelinnenseite bis unterhalb der Leistenbeuge läuft eine Hauptvene. Diese Vena saphena magna wird in der Herzchirurgie zur Gewinnung von Gefäßteilen für Beipässe des Herzens verwendet. Sie sollte gut erhalten und funktionstüchtig sein. Sie ist es aber, die gemeinsam mit der Vena saphena parva, bei einem Krampfaderleiden besonders schnell verändert wird.
Die tiefen und oberflächlichen Venen vereinigen sich im Bereich der Leiste zusammen mit Venen aus dem Becken und der Haut und bilden somit einen Knotenpunkt, den so genannten Venenstern. Von da aus wird das Blut gemeinsam zum Herzen gefördert, wobei eine geringe Saugwirkung des Herzmuskels hilft. Da die Venen sich eng an den gleich verlaufenden Arterien befinden, unterstützen diese zusätzlich bei jedem Pulsschlag den Druck auf die Venen. Die großen Venen werden mit großen Arterien und entsprechenden Nerven von einem festen Bindegewebsmantel umschlossen. Sie bilden eine gemeinsame Trias.
Die Perforansvenen verbinden die tiefen mit den oberflächlichen Venen. Die tiefen Beinvenen liegen innerhalb der Muskeln, die oberflächlichen befinden sich außerhalb der Muskulatur nahe der Haut. Deshalb müssen die Perforansvenen eine Muskelfaszie durchdringen, um eine Verbindung herzustellen. Normalerweise fließt das Blut in diesen Venen immer nur in eine Richtung – von den oberflächlichen Venen in die tiefen. Werden beim Varizenstripping die oberflächlichen Krampfadern entfernt, so müssen vorher die Perforansvenen aufgesucht und unterbunden werden. Schwache und schlecht schließende Venenklappen führen dazu, dass venöses Blut aus den tiefer liegenden Venen, die unter höherem Druck stehen, über die Perforansvenen in das oberflächliche Venensystem gedrückt wird. Die Fließrichtung kehrt sich um. Die oberflächlichen Venen werden überfordert, sie dehnen sich stark aus, es entstehen Krampfadern. Venenklappen werden angegriffen und zerstört – ein Kreislauf des Leidens einer Veneninsuffizienz entsteht.
Venenschwäche
Venenerkrankungen werden von Patienten und auch von vielen Ärzten eindeutig unterschätzt. Unter dem Begriff einer chronischen venösen Insuffizienz wurden die Krankheitszeichen zusammengefasst, die Folge einer dauerhaften venösen Abflussstörung sind. Es besteht eine typische Venenschwäche. Das Wort „Insuffizienz“ bedeutet übersetzt „Unzulänglichkeit“. Damit wird im Bereich der Venen die mangelhafte Fähigkeit des betroffenen Bereiches beschrieben, die vorhandene Menge an sauerstoffarmem Blut in der erforderlichen Zeit durch die zur Verfügung stehenden Venen zum Herzen zurückzuleiten. Im gesunden Zustand fließen etwa 10 Prozent des venösen Blutes über die oberflächlichen Venen. Der große Anteil von 90 Prozent strömt gleichförmig über die tiefen Venen zum Herzen. Dabei muss das Blut gegen die Schwerkraft fließen. Es entstehen dadurch Druckverhältnisse, die die Venenwände überfordern können. Sie verlieren mit der Zeit ihre Spannkraft, die Elastizität geht verloren, sie leiern gewissermaßen aus. Dadurch können sie ihre Aufgabe, das Blut nach oben zum Herzen zu transportieren nur noch unvollkommen erfüllen. Ein Teil des Blutes bleibt in ihnen zurück – es kommt zum Stau. Je mehr sich der Staudruck erhöht, um so mehr erweitern sich die Venen mit ihren muskelschwachen Wänden. Bestimmte Bereiche der Venenwände werden gedehnt, die Vene wird dort dicker, sie tritt an die Oberfläche und ist als Vorwölbung in der Haut sicht- und tastbar. Es ist eine typische Krampfader entstanden. Der Name „Krampfader“ hat nichts mit eventuell vorhandenen Krämpfen in der Muskulatur der Beine zu tun. Er leitet sich vom mittelalterlichen Begriff „Krumbader“ ab, was soviel bedeutet wie „geschlängelt, krumm“.
In solchen verformten Venenabschnitten werden die Venenklappen als Rückhalteventile zusehends überfordert. Auch sie dehnen sich, halten nicht mehr dicht und werden schließlich an die Wände der Venen gedrückt. So lastet die gesamte Blutsäule mit ihrer Schwere auf längeren Abschnitten der Vene. Der Druck des Blutes wird immer höher, so dass die „schwachen“ Venen ihm nicht mehr standhalten. Sie sacken aus. Dadurch schlängeln sie sich im Gewebe und bilden sogar Knoten. Folge: Ein vorher die Blicke auf sich ziehendes Bein ist verunstaltet. Der Traum einer Frau – auch eines Mannes – nach makellosen und schönen Beinen ist dahin.
Venentherapie zu Hause
Auf den ersten Blick erscheinen die Beschwerden harmlos: Schwere Füsse, leichte Schmerzen, etwas Brennen. Für viele Betroffene ist das noch kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Doch Vorsicht: Die Folgen können dramatisch sein. Wer Venenbeschwerden nicht ernst nimmt, riskiert auf Dauer offene Wunden oder im Ernstfall Thrombose mit tödlicher Lungenembolie.
Kranke Venen sind nicht nur eine Alterserscheinung. Schon 30% der 14jährigen Jugendlichen können eine Venenschwäche haben. Oft sind Übergewicht und wenig Bewegung hierfür verantwortlich. Venentherapie zu Hause listet einige Punkte auf die Ihnen zeigen, welchen Einfluß Sie auf das Wohlbefinden Ihrer Venen haben und was Ihren Venen gut tut und was schadet.
Das tut Ihren Venen gut!
Kaltwasseranwendungen
Durch den kalten Wasserstrahl ziehen sich die Gefäße zusammen. Durch dieses Gefäßtraining kann das Blut nicht mehr so leicht in den Beinen versacken. Am besten täglich durchführen. Erfahrungen zeigten, daß nach drei Monaten der Blutrückfluß deutlich besser wurde.
Beine hochlegen
Schlagen Sie die Beine nicht übereinander. Ideal ist es, wenn die Beine einen Winkel von dreißig Grad zur Waagrechten haben. Spezielle Venenkissen sorgen für optimale Lagerung.
Stützstrümpfe
Das straffe elastische Gewebe hilft, unangenehmen Schwellungen vorzubeugen. Stützstrümpfe gibt es in der Apotheke - mittlerweile auch in modernen Farben.
Venenpräparate
Venenmittel gibt es als Gele oder Salben oder als Präparate zum Einnehmen. Spezielle Wirkstoffe dichten die Gefäßwand ab, senken den Gefäßwiderstand und „verflüssigen" das Blut, so daß es besser fließt. Darin enthaltene Wirkstoffe sind beispielsweise Roßkastanienextrakt oder das daraus gewonnene Aescin, Auszüge aus Steinklee, Mäusedorn oder rotem Weinlaub, Rutin, Troxerutin, Oxerutin, Heparin oder Mucopolysaccaridpolysulfat. Auch Enzympräparate wie z.B. Bromelain-POS verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und verhindern Wasseransammlungen in den Beinen.
Das schadet Ihren Venen
Langes Stehen oder Sitzen
Acht Stunden am Schreibtisch sitzen oder stundenlang auf einem Fleck stehen ist Gift für die Venen. Unterbrechen Sie solche Phasen. Gehen Sie öfter mal ein paar Schritte, und aktivieren Sie Ihre Wadenmuskeln zum Beispiel mit Fußkreisen oder Wippen im Zehenstand.
Wärme an den Beinen
Vermeiden Sie Sonnenbäder oder warme Vollbäder. Wenn Sie auf das warme Bad nicht verzichten wollen, sollten Sie wenigstens die Beine auf den Badewannenrand legen.
Je mehr Gewicht die Beine zu tragen haben, desto schneller ermüden sie. Wer sich dann auch noch wenig bewegt, riskiert eine schlaffe Beinmuskulatur.
Einengende Kleidung
Kniestrümpfe, die in den Kniekehlen einschnüren, oder enge Jeans, die beim Sitzen auf die Leiste drücken, behindern den Rückfluß des Blutes.
Hohe Absätze
Nur in flachen Schuhen können die Füße beim Gehen von der Ferse bis zur Zehenspitze abrollen. Und nur dann sind die Wadenmuskeln aktiv genug. Auf Absätze, die höher als vier Zentimeter sind, sollten Sie verzichten.
Sport
Sportarten die den Druck im Bauchraum erhöhen wie z.B Kraftübungen im Fitneßstudio, Gewichtheben, Rudern. Alle Sportarten, die mit einer Preßatmung verbunden sind, erhöhen den Druck im Bauchraum und erschweren den Rückfluß des Blutes aus den Beinvenen. Auch das Fahren mit dem Rennrad wirkt sich wegen der zusammengeklappten Haltung ungünstig auf die Venen aus.

Venenschutz bei Langstreckenflügen
Lange Reisen in überwiegend sitzender Position sind für Beinvenen eine starke Belastung. Besteht eine chronische Veneninsuffizienz, treten verstärkte Beschwerden auf. Das tritt nicht nur im Flugzeug auf, sondern ist auch bei längeren Auto-, Bus- oder Bahnfahrten der Fall. Besonders Reisende mit erhöhtem Thromboserisiko sind gefährdet. Ein hohes Risiko besteht bei kurz zurückliegender Operation, bereits bekannten frischen oder auch länger zurückliegenden venösen Thromboembolien, bei chronischen Erkrankungen mit deutlicher Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Auch gelenkübergreifendes Ruhigstellen einer unteren Extremität durch Gips oder Bandagen stellt ein hohes Risiko dar. Im Flugzeug kommen noch andere ungünstige Faktoren wie niedriger Luftdruck und geringe Luftfeuchte hinzu. Die Enge der Sitzreihen lässt kein Ausstrecken und Bewegen der Beine zu. Auch ist die allgemeine Bewegung durch Gehen während der Flugzeit erheblich eingeschränkt. Die Trinkmenge ist oft begrenzt. So sind Menschen mit einer venösen Insuffizienz während einer langen Flugreise in hohem Grad gefährdet. Tragen Sie lockere Kleidung – Gummis dürfen nicht einschneiden. Sie müssen sich viel bewegen – so wie es Ihnen möglich ist. Beine bewegen, Füße heben, senken und kreisen, Muskeln anspannen und entspannen, öfter aufstehen und im Gang gehen, viel Wasser und Säfte trinken, Alkohol und viel Kaffee meiden. Wer zu Spannungen in den Beinen, Schwellungen der Knöchel oder gestauten Venen neigt, sollte Strümpfe der Kompressionsklasse 1 tragen – Männer und Frauen. Gefährdete Menschen sollten ihre medizinischen Kompressionsstrümpfe je nach Indikation auf langen Reisen unbedingt anziehen.
Klappeninsuffizienz
Die Schlussunfähigkeit der Venenklappen, die man auch Klappeninsuffizienz nennt, kann auf verschiedenen Wegen zustande kommen. Es gibt die so genannten primär venösen Insuffizienzen. Auch Klappenagenesie (Fehlen der Venenklappen) können als angeborene Gefäßfehlanlagen (Angiodysplasien) vorkommen. Manchmal gibt es Familien, die Schlussunfähigkeiten von Venenklappen vererben können. Solch eine primär chronische venöse Insuffizienz kommt aber nur sehr selten vor.
Die sekundär chronische venöse Insuffizienz ist die weitaus häufigere Form. Schädigungen der Venen, Venenwände oder Klappen haben eine Vielfalt von Ursachen. Oftmals entstehen entzündliche Vorgänge in den Venen, die zur Bildung von Thrombosen führen. Blutgerinnsel verschließen tiefe oder oberflächliche Gefäße. Das zirkulierende Blut muss umgeleitet werden und belastet andere Venen mit einem höheren Druck. Es kommt zu weiteren Krampfadern. Im Bereich der Thrombose entstehen Entzündungen und Narbenbildungen. Das führt zu Verklebungen der Venenklappen an der Venenwand. Ihre Funktion ist völlig außer Kraft gesetzt. Somit sind Entzündungen der Venen und Thrombosen die häufigsten Ursachen für eine venöse Insuffizienz.
Aber auch Erkrankungen der Kollagenfasern (siehe "Venenaufbau") können zu einer sekundären venösen Insuffizienz führen. Durch die Druckbelastungen des gesamten venösen Blutes in den kleinen Venen und Kapillaren entsteht ein Stau von Flüssigkeit im Gewebe der Beine. Sie schwellen in den unteren Abschnitten an Fußrücken, Knöchel und Unterschenkel an. Es ist nun ein belastungsabhängiges, vorübergehend auftretendes venöses Ödem entstanden. Der Patient verspürt ein unangenehmes Druck- und Spannungsgefühl. Ursache dafür ist, dass der für den Flüssigkeitsstrom in den Venen verantwortliche Druckgefälle zwischen Gewebe und Gefäß aufgehoben, ja sogar umgekehrt ist. Das Lymphsystem kann für eine gewisse Zeit die Flüssigkeit des venösen Ödems noch abtransportieren. Unter dem chronischen Druck und der Volumenüberlastung wird es nach kurzer Zeit ebenfalls überfordert. Es bildet sich ein permanentes lymphatisches Ödem, das auch in Ruhe nicht mehr abfließen kann. Die Beine bleiben trotz Hochlagerung geschwollen oder schwellen nur wenig ab. Beim Stehen und Gehen lagert sich wieder vermehrt Gewebswasser ein. Beim Druck mit dem Finger auf das gestaute Gewebe der Unterschenkel bleiben typische Dellen erhalten.
Durch den ständig erhöhten Gewebsdruck und das eingelagerte Wasser werden elastische Strukturen in den Venen und in dem darum liegenden Bindegewebe zerstört. Eine Verschlimmerung des Leidens ist somit vorprogrammiert. Entzündungen, Hautverfärbungen, Verhärtungen, Hautatrophien und das gefürchtete Unterschenkelgeschwür sind die Folgen. Sind diese Veränderungen durch eine tiefe Beinvenenthrombose ausgelöst, spricht man auch von einem postthrombotischen Syndrom.
Einteilung der Veneninsuffizienz
Anhand der an den Beinen sichtbaren Haut- und Gewebeveränderungen wird die venöse Insuffizienz in drei Stadien eingeteilt:
Stadium 1: Im Bereich der Fußinnen- und Fußaußenseite zeigen sich kleine sichtbare Venen. Meist besteht ein Ödem.
Stadium 2: Im Bereich des Knöchels und des Unterschenkels bestehen braune Hautverfärbungen durch rote Blutkörperchen, die in das Gewebe gedrückt werden. Die Haut glänzt.
Stadium 3: Im Bereich der Knöchelumgebung haben sich offene Hautgeschwüre gebildet. Sie zeigen Stadien von Aufflackern, längerem Bestehen bis Abheilen.
Als Komplikationen kann ein so genanntes atherogenes Stauungssyndrom auftreten. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass Umbauvorgänge nicht nur in der Haut, sondern auch im Unterhautfettgewebe und in der Bindegewebshülle der Muskulatur stattgefunden haben. Das führt zu einer fortschreitenden Bewegungseinschränkung im Sprunggelenk. Damit ist eine Gehbehinderung entstanden – ein Abrollen des Fußes beim Gehen ist nicht mehr möglich.Wenn es dadurch auch nicht mehr zur Bewegung der Muskulatur kommt, kann die Muskelpumpe der Waden nicht mehr den venösen Rückstrom unterstützen. Der Ausfall führt zu einer weiteren Verschlechterung mit Gewebeveränderungen. Unterschenkelgeschwüre bilden sich, sie heilen kaum noch ab. Die so entstandenen Ulcera cruris sind sehr schwer und oft ohne Erfolg zu behandeln.
Venenleiden sind eine echte Volkskrankheit
In Deutschland gibt es ca. 12 Mio Betroffene mit chronisch venöser Insuffizienz, wie der Mediziner sagt. Der Volksmund nennt es einfach Krampfadern. Dabei hat dieser Begriff nichts mit Krämpfen zu tun. Er leitet sich vielmehr von der mittelalterlichen Bezeichnung "Krumbader" für krumm oder geschlängelt ab. Krampfadern sind nicht nur ein Schönheitsproblem, sondern ein Hinweis auf eine allgemeine Venenschwäche, und zwar auch von Venen, die nicht wie die Beinvenen äußerlich sichtbar verlaufen. Aber auch bei einem Venenleiden der Beine handelt es sich nicht um eine Bagatelle, sondern um eine fortschreitende, chronische Krankheit, die im Endstadium zu offenen Beingeschwüren führen kann.
Besonders bewährt hat sich der Wirkstoff Troxerutin, welcher aus Rutin gewonnen wird, das wiederum aus dem japanischen Schnurbaum stammt. Die Einnahme von Troxerutin hat einen positiven Effekt auf die Stabilität der Venen.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß unter Troxerutin weniger Wasser in das umgebende Gewebe geschädigter venöser Gefäße eingelagert wird. Dies zeigt die abdichtende Wirkung in diesen geschädigten venösen Gefäßen. Zugleich wird der Querschnitt der krankhaft erweiterten Venen verringert.
Die ungeöffneten Blütenknospen von Sophora japonica, dem japanischen Schnurbaum, liefern besonders venenfreundliche Flavonoide. Der daraus gewonnene Hauptinhaltsstoff, das Rutin, besitzt leider eine schlechte Wasserlöslichkeit, so dass Rutin in den Wirkstoff Troxerutin umgewandelt werden muss.
Troxerutin kann der durch die Arachidonsäure ausgelöste Permeabilitätsstörung (Die Durchlässigkeit der Gefäßwände ist gestört, deshalb kann, verstärkt durch den Blutstau, vermehrt Flüssigkeit in das Gewebe austreten.) entgegenwirken und darüberhinaus die Aggregation der Erythrozyten (das Verklumpen der roten Blutkörperchen) verhindern. Dabei kommt Troxerutin ein zusätzlicher Einfluss auf freie Radikale (Superoxid-, Hydroxyl-Radikale) zu. Der den Flavonoiden, zu denen auch Troxerutin gehört, allgemein zuerkannte Erfolg hinsichtlich einer ödem-protektiven Wirkung wird also durch einen weiteren positiven Effekt ergänzt bzw. verstärkt.
Mit Troxerutin lassen sich typische Schwellungen nach längeren Flugreisen genauso vermeiden wie Beschwerden, die sich normalerweise bei chronischen Venenleiden einstellen.