
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat zehn Regeln herausgegeben, die für „Otto-Normal-Verbraucher“ als Leitfaden zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gelten:
Weitere, ausführliche Informationen zu den Themen gesunde Ernährung finden Sie unter www.dge.de.
Wie gesund sind eigentlich unsere Lebensmittel und was sollten wir wissen, um uns, trotz vorwiegend industriell erzeugter Lebensmittel, gesund und ausgewogen zu ernähren?
Bezogen auf die Nahrungskalorien setzt sich die Zivilisationskost, wie wir die heutigen Nahrungsmittel nennen, eines „statistischen“ Bundesbürgers zusammen aus:
40 % Fett, 20 % ballaststoffarmem Getreide, 20 % Zucker, 10 % Fleisch, die restlichen 10 % setzen sich zusammen aus Alkohol, Gemüse und Obst.
Bleiben wir bei Gemüse und Obst. Auf einem gut ausgestatteten Wochenmarkt, kann man sich an der Vielfalt der angebotenen frischen Produkte erfreuen. Die Äpfel und Orangen lachen einen an, Brokkoli und Bundmöhren locken mit der Botschaft: „Kauf mich, ich bin eine Vitaminbombe“.
Der gut sortierte Gemüseladen oder der prächtige Obststand auf dem Wochenmarkt liefern schöne Bilder einer heilen Welt, die es so nicht mehr gibt. Noch vor 40 Jahren bezogen die Gemüsehändler ihre Ware zu über 80 % von einheimischen Erzeugern. Niemand musste sich Gedanken über den Vitamin- und Nährstoffgehalt dieser Produkte machen: Der Salat war frisch geschnitten, das Obst reif geerntet und selbstverständlich wiesen solche heimischen Erzeugnisse auch den sortentypischen Vitamingehalt auf.
Das ist heute anders, denn drei Viertel des Obst- und Gemüseangebotes in Deutschland stammt heute aus dem teilweise weit entfernten Ausland. Wie könnte es sonst möglich sein, zu Weihnachten frische Erdbeeren in den Geschäften zu finden?
Das heißt also, dass die meisten dieser Erzeugnisse unreif geerntet werden, also im Stadium der sogenannten "technischen Reife" ins Flugzeug oder auf den LKW kommen. Welche Veränderungen bei Transport und Lagerung dieser Früchte ablaufen, ist selbst Ernährungsfachleuten kaum bekannt. Es gibt auch kein Prüfverfahren für ihren tatsächlichen Vitamingehalt. Mit Sicherheit enthalten sie allerdings nicht nur weniger Geschmacksstoffe, sondern auch weniger Vitalstoffe als ausgereift geerntete Früchte. Der Vitamin C-Gehalt von Orangen beispielsweise kann, wenn sie unreif gepflückt und schlecht gelagert werden, ganz verloren gehen.
Denken wir an Regel Nummer 3 der DGE – fünfmal täglich frisches Obst und Gemüse zu essen – dann bedeutet das, wir sollten auch in diesem Punkt darauf achten, dass wir inländische und am besten ökologisch angebaute Erzeugnisse kaufen und verzehren. Denn ebenso wie beim Getreideanbau hängt es stark von den landwirtschaftlichen Anbaumethoden ab, wie „gesund“ die geernteten Produkte sind. Sicher ist, dass Nahrungspflanzen, die nach ökologischen, also biologisch-dynamischen oder biologisch-organischen Anbaumethoden gezogen werden, unter Verzicht auf hohen Naturalertrag und mit geringerem Einsatz an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, weit mehr an lebenswichtigen Nähr- und Vitalstoffen enthalten. Das liegt daran, dass ökologisch angebaute Pflanzen einen drei- bis viermal größeren Wurzelraum als herkömmlich stickstoffgedüngte Pflanzen durchwurzeln. Ihr Spross wächst langsamer und lagert mehr Nährstoffe ein als die durch reichliche Stickstoffdüngung zwangsernährte und getriebene Pflanze. Und sie hat, bis zur Ausreifung, die Zeit, die in ihrer genetischen Anlage vorgegebenen Eigenschaften wie Geschmacks- und Nährstoffgehalt voll auszuprägen.
Aber: Gemüse und Obst verlieren ihre Vitalstoffe nicht nur durch unreifes Ernten, Lagerung und lange Transportwege. Die empfindlichen Vitalstoffe sind auch anfällig für die häusliche Weiterverarbeitung.
Die nachstehende Liste zeigt die durch häusliche Verarbeitung auftretenden Nährstoffverluste:
Hülsenfrüchte
| Art der Verarbeitung
| Nährstoffe
| Verluste
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Hülsenfrüchte
| Kochen
| Kupfer, Eisen, Zink, B-Vitamine
| 15-30 %
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Gemüse (z. B. Spinat, Blumenkohl, Lauch)
| Kochen
| Magnesium, Zink, Calcium
| 25-40 %
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Gemüse
| Konserve
| Vitamin E
| 20-30 %
|
Gemüse
| Kochen
| Vitamin B 1, Vitamin B 2, Folsäure, Vitamin C, Carotinoide
| 50-75 %
|
Gemüse
| Dämpfen
| Vitamin B 1, Folsäure, Vitamin C
| 30-40 %
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Erdbeeren, Aprikosen
| Tiefkühlung
| Vitamin C
| 45 %
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